Samstag, 22. Oktober 2011

Stellenanzeige

Stell dir vor, dein Sohn/deine Tochter kommt zu dir mit einer Stellenanzeige, die folgendermaßen lautet:

Wir bieten:
  • 12 Jahre unbezahlte Arbeit (mit Verlängerungsoption bei gutem Verhalten um 6-10 Jahre)
  • wöchentliche Arbeitsstunden in Großraumbüro: 20-35 (sukzessive Steigerung), als zusätzliches Engagement werden mindestens 30 Min. Überstunden täglich erwartet
  • Tätigkeit überwiegend sitzend, nach vorgegebenem Zeitplan (Essenspausen klar geregelt, Toilettenpausen nach Absprache)
  • Aufgabenfeld nicht selbst ausgesucht, übereinstimmend mit dem Ihrer Kollegen (ungefragter Austausch während der Arbeitszeiten untersagt)
  • Am Ende (und zwar erst am Ende) ein Arbeitszeugnis, dessen Inhalt auch schlecht sein kann.
Würdest du ihm/ihr raten, dieses Angebot anzunehmen, oder lieber das Risiko einzugehen, etwas Besseres zu bekommen?


Krasser Vergleich?

Wenn diese Anzeige eine Zeichnung wäre, in welches Genre würdest du sie einordnen?  Wirklichkeitsgetreues Abbild? Karikatur?

Sonntag, 14. August 2011

Das Lied des Lebens

Der britische Anthropologe Colin Turnbull berichtet in seinem Buch The Human Cycle von einem schönen Brauch der Mbuti-Pygmäen im Congo.

Jede schwangere Frau komponiert für ihr ungeborenes Kind ein Lied. 
Niemand anders als die Mutter singt dieses Lied für niemand anderen als das Kind. 
Sie singt es dem Kind vor, während es noch in ihrem Bauch ist. 
Sie singt es dem Neugeborenen vor, wenn es an ihre Brust gelegt wird. 
Sie singt es immer dann, wenn das Kind Trost braucht.
Bei den Mbuti wird jeder Mensch mit einem Lied geboren.