Donnerstag, 11. Oktober 2012

Co-Sleeping - Die meisten Kinder auf der Welt schlafen nicht allein

Als ich dieses kleine sehr liebevoll gestaltete Filmchen sah, dachte ich sofort: Ja, ganz genau so ist es!

 

In dem sehr lesenswerten Artikel "Co-Sleeping - Glücklich und sicher im Familienbett?" sind interessante wissenschaftliche Erkenntnisse zu den im Filmchen gezeigten Phänomenen aufgeführt. Die Autorin Anuschka Hartmann liefert einen Haufen Informationen zu den Fragen, wieso Babys hierzulande eigentlich alleine Schlafen, wie die Praxis des gemeinsamen Schlafens aussehen kann und nach dessen Auswirkungen - und schlussfolgert:
"Bei all diesen Informationen über Evolution, Hyänen, Schlaflabore, Bindung, Studien und Forschungen kommt die Frage auf, ob wir diese Fakten überhaupt brauchen. Vielleicht sind sie hilfreich, um ängstliche Schwiegereltern zu beschwichtigen, zweifelnde Freunde zu überzeugen oder die eigenen Ängste zu bearbeiten. Aber ist es wichtig, dass unsere Kinder sich wahrscheinlich besser entwickeln, selbstbewusster oder bindungsfähiger werden? Nicht wirklich. Reicht es nicht,dass Kinder intuitiv in direkter Nähe eines vertrauten Menschen schlafen wollen? Eindeutig.
Den Kindern sind die Fakten schnuppe. Ihnen ist egal, ob es nun »natürlich« oder »entwicklungsfördernd« ist, ihrer Mutter nachts den dicken Zeh in den Bauch zu pieken oder ob und wer sich wann welcher Schlafphase anpasst. Sie wollen Nähe, Sicherheit, Vertrautheit, Wärme, Kuscheln, Streicheln, Stillen – und Schlafen natürlich. Und das bei uns."

Hingegen dringend warnen möchte ich vor Büchern wie "Jedes Kind kann schlafen lernen", in denen Methoden beschrieben werden (z.B. das sogenannte Ferbern), die unmenschlich und unwürdig sind, gravierende negative Folgen für die seelische Entwicklung des kleinen Menschen haben können und die natürliche mütterliche (und väterliche) Intuition untergraben. Die Intention dieses Buches war ursprünglich nicht, als allgemeiner Ratgeber zu dienen. Es sollte quasi ein Notfall-Programm für diejenigen Eltern darstellen, die in einer so verzweifelten Situation sind, dass sie Gefahr laufen, ihrem Kind ernsthaft etwas anzutun. So ist es natürlich besser, ein solches Programm durchzuziehen, als sein Kind zu töten was aber kein gutes Argument für das Programm ist. Das zu glauben beruht auf einem großen Missverständnis.

Ich möchte am liebsten von jeglichen "Ratgebern" abraten, die die Begriffe "Schlafen" und "Lernen" gemeinsam verwenden (das ist eine gute Faustregel). Als Beispiel habe ich auf der Seite Elternwissen.com einen Beitrag gefunden: "So lernt ihr Kind im eigenen Bett zu schlafen" (was ein so harmonisch wirkendes Foto in diesem Beitrag zu suchen hat, ist mir allerdings ein Rätsel). Den Gipfel der dort beschriebenen manipulatorischen Maßnahmen, die einem Abrichten gleichkommen und aus verschiedensten Gründen abzulehnen sind, bildet folgender "Tipp":
Wenn Ihr Kind nachts unbemerkt ins Schlafzimmer schleicht, können Sie sich eine „Alarmanlage“ bauen. Binden Sie z. B. eine Glocke an die Türklinke oder stellen Sie ein paar leere Blechdosen mit Plastikdeckel, die Sie mit einigen Steinen füllen, innen vor die Schlafzimmertür. Dann sind Sie gewarnt, wenn Ihr kleiner „Gast“ erscheint und können ihn ins eigene Bett zurückbringen.
Da bleibt mir ehrlich gesagt jeglicher Kommentar im Halse stecken...

Daher beende ich diesen Beitrag lieber wortlos als bildlos:

In diesem Sinne: Gute Nacht!